CfA: „Challenges of Data Collection, Re-use, and Analysis: Public Opinion, Political Debates, and Protests in the Context of the Russo-Ukrainian War"
The Research Centre for East European Studies (FSO), Bremen, 25-27.08.2025
Buchvorstellung/Gespräch
19:00 Uhr, Theater Bremen, Foyer Großes Haus
"White But Not Quite": Gibt es antiosteuropäischen Rassismus?
mit Autor Ivan Kalmar
Einführung: Klaas Anders, Moderation: Anke Hilbrenner
Kolloquiumsvortrag
18:15 Uhr, IW3 0330 / Zoom
Muriel Nägler
Einführung für Studierende
Kolloquiumsvortrag
18:15 Uhr, IW3 0330 / Zoom
Agata Zysiak (Vienna/Lodz)
The Socialist Citizenship. Social Rights and Class in Postwar Poland
Buchvorstellung und Gespräch
18:00 Uhr, Europapunkt
Ein Russland nach Putin?
mit Jens Siegert und Susanne Schattenberg
CfP: Coming to the Surface or Going Underground? Art Practices, Actors, and Lifestyles in the Soviet Union of the 1950s-1970s
The Research Centre for East European Studies (FSO), Bremen, November 13-14, 2025
Kolloquiumsvortrag
18:15 Uhr, IW3 0330 / Zoom
Hera Shokohi (Bonn)
Genozid und Totalitarismus. Die Sprache der Erinnerung an die Opfer des Stalinismus in der Ukraine und Kasachstan
Kolloquiumsvortrag
18:15 Uhr, IW3 0330 / Zoom
Sheila Fitzpatrick (Melbourne)
Lost Souls. Soviet Displaced Persons and the Birth of the Cold War
Wissenswertes
Die Forschungsstelle Osteuropa trauert um ihren Archivgeber Serge Segay – Sergej Sigow
*19.03.1947 Murmansk – † 21.09.2014 Kiel

FSO 01-97 © Lemmens
Am 21. September 2014 starb in Kiel einer der führenden Künstler der russischen Neoavantgarde, Sergej Wsewolodowitsch Sigow, bekannt unter dem Pseudonym Serge Segay (Сергей Сигей). Er überlebte seine Frau, ebenfalls eine bekannte Künstlerin, Anna Aleksandrowna Tarschis (Ry Nikonowa), um ein halbes Jahr. Sie verstarb am 10. März dieses Jahres.
Serge Segay wurde am 19. März 1947 in Murmansk geboren. Schon früh interessierte er sich für die Geschichte und künstlerische Praxis der russischen sowie europäischen Avantgarde. 1962 gründete er in Wologda die futurodadaistische Gruppe „Buduschtschel". 1966 lernt er in Ejsk Anna Tarschis kennen. Einen Monat später heiraten die beiden. Zusammen mit ihr wurde er Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre Mitglied der sogenannten "Uktusser Schule" – einer inoffiziellen Vereinigung sibirischer Künstler, die sich in Opposition zum sowjetischen Mainstream positionierten. Die Arbeiten der Gruppe dokumentierten Sigej und Tarschis in der samisdat-Zeitschrift „Nomer", die sich heute im Archiv der Forschungsstelle Osteuropa befindet.
Nachdem der KGB die Zeitschrift konfiszierte, verlagerten Sigej und Nikonowa das Zentrum ihrer Aktivitäten nach Leningrad, wo Sigej 1978 ein Fernstudium an der Hochschule für Theater, Musik und Film begann, das er 1984 mit einer Diplomarbeit über das Theater des russischen Futurismus abschloss. In diesen Jahren entstand in einer Auflage von fünf Exemplaren die samisdat-Zeitschrift „Transponans", die von Sigej und Nikonowa zwischen 1978 und 1987 in Ejsk herausgeben wurde. „Transponans" vereinigte praktisch alle führenden Künstler der spätsowjetischen Avantgarde (darunter W. Erl, B. Konstriktor, A. Monastyrskij, D. Prigow, G. Sapgir u.a.) und wurde trotz einer winzigen Auflage auch außerhalb der Sowjetunion bekannt, nicht zuletzt weil Sigej, der zusammen mit Wladimir Erl und Tatjana Nikolskaja zu den erfahrensten Herausgebern vieler damals noch unveröffentlichter Texte der historischen Avantgarde avancierte, die Zeitschrift als eine Brücke zwischen der „ersten" und der „zweiten", neuen Avantgarde sah. Später fungierte Sigej als Herausgeber mehrerer Bände verschiedener Klassiker der historischen Avantgarde wie beispielsweise Igor Bachterew, Wasilisk Gnedow, Aleksej Krutschenych und Sergej Podgaewskij.
Als sich die Grenzen der Sowjetunion während der Perestrojka allmählich öffneten, traten Sigej und Nikonowa dem internationalen Mailart-Netzwerk bei und wurden seine aktivsten Mitglieder. 1998 zogen sie nach Kiel. Sie arbeiteten unter anderem mit Carla Bertola, John Bennett, Robin Croizer, H.R. Fricker und Miekal And zusammen, nahmen an zahlreichen Ausstellungen und Festivals der Sound- und visuellen Poesie teil. Ihre Tätigkeit an der Herausgabe eigener Werke in hochwertigen samisdat-Editionen setzten sie in Deutschland fort. Ihr Nachlass inklusive vieler Unikate und Manuskripte befindet sich zum großen Teil im Archiv der Forschungsstelle Osteuropa und bildet den Kern vieler wissenschaftlicher Projekte, wie etwa einer elektronischen Volltext-Ausgabe der Zeitschrift „Transponans" in Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Toronto University.
Ilja Kukuj

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